Aktuelles aus dem Projekt

Darmstadt in Oppenheim

1689 zerstört, sollte die Katharinenkirche in Oppenheim als "Denkmal der teutschen Baukunst" im 19. Jh. wiederaufgebaut werden. Wichtigster Bezugspunkt für die Wiederherstellung der Langhausfenster waren deren Rekonstruktionen in Franz Hubert Müllers Monografie von 1823‒1829, zum Teil nach Kunstwerken im Großherzoglichen Museum in Darmstadt. In Oppenheim spiegelt sich Darmstädter Sammlungsgeschichte.

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Franz Hubert Müller (1784‒1835) schrieb die erste Monografie zur Katharinenkirche in Oppenheim, die er als ein bedeutendes "Denkmal der teutschen Baukunst" ansah. Doch die Kirche war seit 1689 im Verfall begriffen, und ihre Fenster waren in Teilen zerstört. So rekonstruierte Müller die Verglasungen der Langhausfenster auf dem Papier, wobei er sich verschiedentlich bei Kunstwerken in den Sammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt bediente, deren Galeriedirektor er seit 1823 war. Als die Fenster in den Jahren 1843‒1845 wiederhergestellt wurden, nahm man Müllers Rekonstruktionen zum Vorbild, sodass sich in ihnen letztlich auch die Sammlungsgeschichte des Darmstädter Museums widerspiegelte.

Im neuen Heft der Zeitschrift "Kunst in Hessen und am Mittelrhein", die dem Andenken des im Jahr 2018 verstorbenen Darmstädter Museumsdirektors Dr. Theo Jülich gewidmet ist, geht Uwe Gast dieser faszinierenden Rezeptionsgeschichte umfassend nach.

Uwe Gast, Darmstadt in Oppenheim ‒ Franz Hubert Müller, das Großherzogliche Museum und die Rekonstruktion der Langhausfenster der Katharinenkirche, S. 181‒193

Erschienen in:

Kunst in Hessen und am Mittelrhein N. F. 11, 2018 (Gedenkschrift für Dr. Theo Jülich), ISSN 0452-8514