Aktuelles aus dem Projekt

Das Mortuarium im Dom zu Eichstätt

Schier unerschöpflich: Das Mortuarium des Eichstätter Doms − ein architektonisch wie bildkünstlerisch herausragendes Bauwerk des Spätmittelalters − ist ein Forschungsgegenstand, dem sich trotz zahlreicher Einzeluntersuchungen noch immer neue Facetten abgewinnen lassen.

Eichstätt, Dom, Mortuarium, Weltgerichtsfenster, 1a

Es ist kaum vier Jahre her, dass an dieser Stelle ein Band zu Eichstätt aus der Reihe „Meisterwerke der Glasmalerei“ angezeigt werden konnte, und selbstverständlich nahm in diesem Band der Beitrag von Hartmut Scholz zu den Fenstern des Mortuariums den größten Umfang ein. Für Daniel Parello war es deshalb kein leichtes Erbe, erneut über dieses Thema zu schreiben, das – auch mit Blick auf Scholz’ Corpusband zu Mittelfranken/Nürnberg extra muros (2002) – in vielerlei Hinsicht erschöpfend behandelt war. Da Parello aber vor allem den Bau selbst in den Blick nimmt, ihn in der zeitgenössischen Architekturtheorie situiert und in seinem skulpturalen Bildprogramm erstmals einen unmittelbaren Rückgriff auf Gregorio Tifernas’ Gedicht De vitae fragilitate nachweisen kann, das das Thema „Vergänglichkeit“ gleichsam im Titel trägt, gelingt es ihm, die wechselseitigen Bezüge zwischen dem Raum als Begräbnisort und den Ausstattungselementen, nicht zuletzt den Fenstern, in erstaunlicher Anschaulichkeit darzustellen.

Daniel Parello, Das Mortuarium, in: Ludwig Brandl / Claudia Grund / Peter Stockmann (Hrsg.), Der Dom zu Eichstätt, mit Fotografien von Anton Brandl, Regensburg 2021, S. 139−161, ISBN 978-3-7917-3219-0, 39,95 EUR

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