Aktuelles aus dem Projekt

Die mittelalterlichen Glasmalereien in Augsburg und Bayerisch-Schwaben

Das Gebiet Bayerisch-Schwaben, dessen Glasmalereibestände in dem neuen Band des Corpus Vitrearum Deutschland von Daniel Parello erstmals vollständig erfasst und bearbeitet worden sind, mag zwar kein Eldorado für Forschende sein, der Augsburger Dom mit seinen berühmten Prophetenfenstern ist jedoch nicht nur Kunsthistoriker*innen ein Begriff.

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Die Prophetenfenster sind denn auch in dem 560 Seiten umfassenden, mit 210 Farb- und 395 Schwarzweißabbildungen versehenen Band ebenso neu zu entdecken wie viele andere, weniger bekannte Glasgemälde im südwestlichen Bayern. Der Schwerpunkt liegt hier auf den Beständen in Augsburg, wo es mit dem Dom, den Kirchen St. Anna und St. Ulrich und Afra sowie dem Maximilianmuseum noch vier Standorte mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fenstern bzw. Fenstergemälden gibt. Allein sie umfassen einen Entstehungszeitraum vom 12. Jahrhundert bis gegen Mitte des 16. Jahrhunderts und spiegeln die Geschichte der deutschen Glasmalerei gleichsam in nuce wider – eine Geschichte, die in Augsburg mit den Entwürfen Hans Holbeins des Älteren für Sakralverglasungen und den Arbeiten der Breu-Werkstatt auf dem prosperierenden Gebiet profaner Farbverglasungen fulminant kulminiert. Abseits der Wirtschafts- und Finanzmetropole Augsburg sind auch in kleineren städtischen Zentren wie Füssen, Kaufbeuren, Lindau und Memmingen mitunter so bedeutende wie weitgehend unbekannte Werke erhalten.

Daniel Parello, Die mittelalterlichen Glasmalereien in Augsburg und Bayerisch-Schwaben (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland XII), Berlin 2022, ISBN 978-3-87157-258-6, 98,00 EUR

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