Aktuelles aus dem Projekt

Hypothesen zum Verhältnis von Malerei und Glasmalerei im spätmittelalterlichen Augsburg

Das Basler Kupferstichkabinett besitzt einen großen Fundus an Zeichnungen von Hans Holbein d.Ä. und aus dessen Umkreis, darunter auch Entwürfe für Glasgemälde. Was diese Blätter für überraschende Rückschlüsse auf die Zusammenarbeit von Malern und Glasmalern erlauben, erhellt Daniel Parello in einem jüngst erschienenen Beitrag für die ZAK.

Kalbensteinberg, Pfarrkirche, Sakristei

In dem Fundus an Zeichnungen aus dem Werkstattumkreis Hans Holbeins d.Ä., die das Basler Kupferstichkabinett aufbewahrt, befinden sich auch Entwürfe für Glasmalereien. Einige nach ihnen ausgeführte Verglasungen haben sich bis heute erhalten, darunter weniger bekannte oder bislang falsch verortete Werke. Der Beitrag stellt diese Arbeiten in chronologischer Folge vor und begibt sich auf die Spurensuche nach dem Verhältnis von Malern und Glasmalern im spätmittelalterlichen Augsburg, das offenbar durch eine besondere Nähe geprägt war. Die Tatsache, dass die Vorlagen untereinander ausgetauscht wurden und in verschiedenen Bildmedien Verwendung fanden, lässt für den untersuchten Zeitraum auf eine Kooperation der Werkstätten oder gar eine Kooperative von Malern und Glasmalern schließen. Im Fall der hier abgebildeten Rundscheibe mit der Beweinung Christi wurde z.B. die Visierung für ein Tafelgemälde mit demselben Bildgegenstand (Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, www.bildindex.de/document/obj20477963) benutzt.

Daniel Parello, Zu einigen Zeichnungen aus dem Umkreis Hans Holbeins d.Ä. im Basler Kupferstichkabinett: Hypothesen zum Verhältnis von Malerei und Glasmalerei im spätmittelalterlichen Augsburg, in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte (ZAK) 76, 2019, Heft 3, S. 5‒22