Aktuelles aus dem Projekt

Willibald Pirckheimer in Neunhof, die Jagd und das Genre der Jagddarstellungen

Im Spätsommer 1521 verbrachte der Nürnberger Humanist Willibald Pirckheimer einige Wochen in Neunhof auf dem Landsitz seines Schwagers Martin Geuder. Aus seiner Zeit dort stammt eine poetische Beschreibung verschiedener Jagden, die vielleicht als literarische Ekphrasis gedeutet werden darf ...

Willibald Pirckheimers Beschreibung der Jagd in Neunhof findet sich in einem Brief an Bernhard Adelmann von Adelmannsfelden vom 1. September 1521. Wie er im Einzelnen das Fischen und die Jagd auf Eichhörnchen, Hasen, Rehe, Wildschweine, Bären und Vögel schildert, deckt sich in erstaunlichem Maß mit Jagddarstellungen in der zeitgenössischen Glasmalerei. In seinem in Troyes beim XXVIII. internationalen Kolloquium des Corpus Vitrearum gehaltenen, nun publizierten Vortrag vertritt Uwe Gast die These, dass der an Gicht erkrankte, an das Haus ‒ den Landsitz Martin Geuders ‒ gefesselte Pirckheimer eine literarische Ekphrasis der Jagd anhand bildlicher Vorlagen in Glas verfasst hat.

Uwe Gast, Willibald Pirckheimer in Neunhof, die Jagd und das Genre der Jagddarstellungen, S. 106‒117

Erschienen in:

Le vitrail dans la demeure des origines à nos jours : vitrer et orner la fenêtre, Actes du XXVIIIe colloque international du Corpus Vitrearum, Troyes 4-8 juillet 2016, Textes réunis par Karine Boulanger, Gand 2018, ISBN 9789461614704