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Abgewanderte Scheiben, Tours, Église Saint-Saturnin, baie 5, Gesamtansicht

Gesamtansicht

    

Erhaltungsschema

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Beschreibung

Ehemals Eriskirch, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Fenster n II, 5/6a/b, im späten 19. Jahrhundert in die Kirche Saint-Saturnin in Tours gelangt (baie 5, © Ministère de la Culture [France], Médiathèque du patrimoine et de la photographie, diffusion RMN-GP)1. Es liegen keine Erhaltungsschemata zu diesen Scheiben vor.

Die durch den aktuellen Einbau verstümmelte, zum Teil offenbar verstellte ehemals umlaufende Inschrift lautet: [...]ad s(anc)ti qui p(ro) testam/ento dei sua corpe[...] [...]ine agni laverv(n)t / stolas suas tradi[...]. Paul Frankl hat in den letzten Worten ein Zitat aus der Offenbarung des Johannes erkannt (Apc 7,14)2, im Ganzen gibt die Inschrift jedoch das Responsorium „Isti sunt sancti qui pro testamento Dei sua corpora tradiderunt. Et in sanguine Agni laverunt stolas suas“ (Dies sind die Heiligen, die zum Zeugnis Gottes ihre Leiber dahingaben. Und im Blut des Lammes haben sie ihre Gewänder gewaschen.) aus dem Commune Martyrum wieder. Sie bildet somit das Pendant zur (ehemaligen) Inschrift in den Feldern 1/2a/b.

Als Blutzeugen Gottes stehen hier pars pro toto die Heiligen Laurentius und Bartholomäus, die durch ihre idividuellen Attribute Rost und Schindmesser gekennzeichnet sind. Laurentius erlitt sein Martyrium unter Kaiser Valerian auf dem glühenden Rost3; dem Apostel Bartholomäus wurde auf Befehl des Astyages in Armenien bei lebendigem Leib die Haut mit dem Schindmesser abgezogen4.

  1. Inventaire Général des Monuments et Richesses Artistiques de la France. Les vitraux du Centre et des pays de la Loire (Corpus Vitrearum France. Recensement des vitraux anciens de la France II), Paris 1981, S. 134.»
  2. Frankl 1936, S. 23; dem folgend Becksmann 1986, S. 56.»
  3. Leander Petzoldt, Art. „Laurentius (von Rom)“, in: Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 7, Rom u. a. 1974, Sp. 374–380.»
  4. Martin Lechner, Art. „Bartholomäus“, in: Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 5, Rom u. a. 1973, Sp. 320–334.»