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Chor, Fenster s II (Kreuzlegende), Gesamtansicht

Gesamtansicht

                        

Erhaltungsschema

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Legende zum Erhaltungsschema

Beschreibung

Das zweibahnige, mit Kopfscheiben siebenzeilige Chorfenster s II hat – bis auf die beiden durch die Werkstatt Kellner & Söhne 1876/77 vollständig erneuerten Felder der untersten Zeile – seine ursprüngliche Verglasung in leidlich gutem Zustand bewahrt. Die von Kellner ausgeschiedenen originalen Felder 1a/b werden museal aufbewahrt (Genf, Musée d’art et d’histoire). Zu ihnen wie zu den Scheiben im Maßwerk liegen keine Erhaltungsschemata vor.

Das Bildprogramm ist der Legende von der Auffindung des Wahren Kreuzes Christi gewidmet1, die in drei übergreifenden Szenen dargestellt ist. Die Leserichtung der Erzählung verläuft von oben nach unten. Hauptperson der Legende ist die Hl. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, die nach dessen wunderbarem Sieg in der Schlacht an der Milvischen Brücke im Zeichen des Kreuzes gegen den Widersacher Maxentius nach Jerusalem geschickt wird, um nach dem Kreuz des Herrn zu suchen. Helena wendet sich an die Juden der Stadt, um zu erfahren, wo das Kreuz, an dem der Erlöser gekreuzigt worden war, verborgen sei. Einer von ihnen, mit Namen Judas, kennt den Ort und führt die Kaiserin nach anfänglichem Widerstand und einigen Repressalien schließlich nach Golgatha, wo die drei Kreuze Christi und der beiden Schächer ausgegraben werden. Um das Kreuz Christi von den beiden anderen zu unterscheiden, wird in der Stadt ein Gottesurteil herbeigeführt. Am Leichnam eines toten Jünglings (nach anderer Lesart einer toten Frau) werden die Kreuze auf ihre Wunderkraft erprobt, und durch das Kreuz Christi wird der (oder die) Tote wieder zum Leben erweckt.

Scheibengruppen:

1A, 1B, 2AB: Maßwerk

5–7a/b: Befragung des Judas / Gehäusearchitektur

3/4a/b: Kreuzauffindung / Gehäusearchitektur mit Halbfiguren

2a/b: Gehäusearchitektur mit Engeln

  1. Jacobus de Voragine, Legenda aurea / Goldene Legende. Einleitung, Edition, Übersetzung und Kommentar von Bruno W. Häuptli, 2 Bde., Freiburg/Basel/Wien 2014, I, S. 938–959.»