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Chor, Fenster I, Maria mit Kind und musizierenden Engeln (I, 13–18a–c)

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Erhaltungsschema

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Beschreibung

Gerahmt von einer vielteiligen, unmittelbar an die Kreuzigungsszene anschließenden Architektur erscheint die gekrönte Muttergottes im Strahlenkranz, den Mond zu ihren Füßen. Auf ihren Armen sitzt der nackte Christusknabe. In der linken Hand hält er eine Frucht, die an einen Apfel oder eine Feige erinnert. Ihr zur Seite stehen vier Engel mit Musikinstrumenten: Laute, Portativ und zwei Fideln - sogenannte stille Instrumente als Ausdruck intimer, betrachtender Andacht. Beliebt war die Darstellung musizierender Engel als Symbol der himmlischen Heerscharen in Verbindung mit Himmelfahrt und Krönung Mariens. Der Bildtypus der Strahlenkranzmadonna war im Mittelalter weit verbreitet und geht auf die vom Zisterziensermönch Bernhard von Clairvaux im 12. Jahrhundert vorgenommene Gleichsetzung Mariens mit der Erscheinung des apokalyptischen Weibes in der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1) zurück. Vermutlich fungierte die Szene als oberer Abschluss eines der Verherrlichung der Gottesmutter gewidmeten Fensters. Den Hintergrund bildet ein sehr zartes kleinteiliges Fiederrankenmuster.

Altmark-Werkstatt, 1460/70.

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