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Chor, Fenster I, Kreuzigung Christi mit Stifter (I, 8–12a–c)

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Erhaltungsschema

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Legende zum Erhaltungsschema

Beschreibung

Inschriften: Christusmonogramm INRI auf einem Schriftband oberhalb des Kreuzes in Feld 11b.
Im Nimbus Marias in Feld 10a Sancta Maria ora [pro nobis], bei Johannes in Feld 10c Sanctus Johann[is].

Das Kreuzigungsbild folgt dem traditionellen Motiv der symmetrisch angelegten Dreifigurengruppe mit Christus, Maria und Johannes, letztere beide mit typischem Trauergestus. Obwohl durch zwei kleine Bäume auf einer Erdscholle ein Hinweis auf den Ort der Kreuzigung gegeben wird, ist das Geschehen aus dem konkreten historischen Kontext herausgelöst und durch die Architekturrahmung in ein Repräsentationsbild umgewandelt worden. Dieser Charakter wird durch das Hoheitsmotiv des blauen damaszierten Vorhanges verstärkt. Die vier Engel, die mit ihren Kelchen das Blut Christi aufnehmen, zeigen einen deutlichen Bezug zum Wilsnacker Hostienwunder. Obwohl dieses Motiv nicht an die lokale Legende gebunden war, sondern ein verbreitetes Bild in der Corpus-Christi-Ikonographie darstellte, so beispielsweise auf der Mitteltafel des um 1500 entstandenen Kreuzigungsretabels im Dom zu Brandenburg, wird in Wilsnack der Bezug zum Blutwunder jedem Betrachter bewusst geworden sein. Links neben dem Kreuz vor der Muttergottes kniet, bekleidet mit einem pelzverbrämten Mantel und dem Kurfürstenhut, in anbetender Haltung der Stifter dieses Fensters, vermutlich Friedrich II. von Brandenburg.

Altmark-Werkstatt, um 1460/70.

Zugehörige Aufnahmen im Bildarchiv