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Chor, Fenster n II, Hl. Erasmus, Hl. Georg und Hl. Barbara (n II, 15–18a–c)
Detailansicht
Erhaltungsschema
Beschreibung
In einem Architekturgehäuse mit kleinen rundbogigen Fensteröffnungen unter kassettierter Decke steht vor einem blauen Damastvorhang mit Granatapfelmuster eine Bischofsfigur, die mit Albe, Dalmatik und einem ebenso durch Granatapfelmuster verzierten Pluviale bekleidet ist. Obwohl der Nimbus nur eine Pseudoinschrift erkennen lässt, ist die Figur durch die Darmwinde eindeutig als Hl. Erasmus zu identifizieren - der nach der Legende unter anderem durch langsames Herausziehen seines Darms gefoltert wurde, die Folter jedoch durch göttlichen Beistand überlebte. In der Mitte steht unter einer Tabernakelbekrönung der Hl. Georg als jugendlicher Ritter mit zeitgenössischem Plattenharnisch. Zusätzlich trägt er einen grünen, violett gefütterten Umhang, der durch die raumgreifende Bewegung der Arme den Körper freigibt. Auf der Stirn sitzt ein Diadem, unter dem sich eine kleine Stirnlocke seines blonden Haares hervorschiebt. Den linken Arm hat er angehoben, um mit der Lanze den tödlichen Stich in das Maul des Drachen auszuführen. In den Feldern 15–18c erscheint eine weibliche Heiligenfigur. Die noch erhaltene Spitze eines Turms in der mittelalterlichen Verglasung legt die Vermutung nahe, es sei die Hl. Barbara dargestellt – das traditionelle Attribut der Heiligen wurde im 19. Jahrhundert im unteren Teil ergänzt. Der Nimbus trägt eine Pseudoinschrift, die nicht zu einer Identifikation herangezogen werden kann. Die Darstellung dieser im Mittelalter vielverehrten heiligen Jungfrau liegt nahe, da sich im Besitz der Wilsnacker Kirche seit 1391 ein Armreliquiar der Hl. Barbara befand.
Altmark-Werkstatt, 1460/70 (15/16c und 18b Königliches Institut für Glasmalerei, Berlin, 1886–1889).