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Chor, Fenster s II, Maria aus einer Krönungsszene, Hl. Bischof und Hl. Georg (s II, 15–18a–c)
Detailansicht
Erhaltungsschema
Beschreibung
In einer nicht ursprünglichen Dreiergruppe flankieren links ein Bischof und rechts der Hl. Georg eine sitzende Marienfigur aus einer ehemaligen Krönungsszene. Der linke Heilige ist durch Mitra und Krummstab als Bischof gekennzeichnet. Er ist bekleidet mit Albe, damaszierter Dalmatik und Pluviale mit Zierborte. Außer einem Buch sind ihm keine individuellen Attribute hinzugefügt, so dass er sich nicht näher identifizieren lässt. Er steht leicht nach rechts gewendet unter einem Baldachingehäuse auf einem Rasenstück. Den Hintergrund der beiden unteren Felder hinterfängt ein Damastornament.
Die Gestaltung der Hintergrundarchitektur in 17a mit mehrbahnigem Maßwerkfenster ist vermutlich der Einbindung der Figur in das Fragment der Marienkrönung 1886–1889 geschuldet. Die frontal und symmetrisch in das Bild gesetzte Marienfigur weist auf die Zugehörigkeit zu einem seit dem 15. Jahrhundert verbreiteten und um die Trinität erweiterten Typus der Marienkrönung. Seitlich dazu sind, ebenfalls auf der Thronbank sitzend, Gottvater und Christus zu ergänzen. Die durch die Krone als Himmelskönigin ausgewiesene Muttergottes sitzt auf einer mit Blendmaßwerk verzierten Thronbank unter einem Baldachingehäuse mit Kassettendecke. Über ihr schwebt der heilige Geist in Personifikation der Taube. Die Figur der Maria zeigt deutliche Parallelen zur gleichnamigen Szene in der Johanniskirche zu Werben n II, 9–11a–c. Der Thronsockel, das reich verzierte Kissen sowie der Gewandsaum, unter dem ein nackter Fuß Mariens hervortritt, sind eine Ergänzung des 19. Jahrhunderts.
Georg wird in der typischen Manier als jugendlicher Ritter abgebildet. Auf der Stirn trägt er einen goldenen Reif mit einer Feder. Statt wie üblich mit der Lanze hat er den Drachen, der nun zusammengerollt unter seinen Füßen liegt, mit einem Schwert besiegt. Es verwundert nicht, den heiligen Ritter als Patron des Adels in Wilsnack gleich mehrfach anzutreffen. Der Heilige steht in einem von einem schlanken Pfeiler gerahmten Architekturgehäuse mit kleiner Wimpergbekrönung. Oberhalb eines Damastvorhanges wird der Blick freigegeben auf kleine rundbogige Maßwerkfensteröffnungen. Statt des üblichen Fliesenbodens ist hier ein Rasenstück mit einer kleinen, baumbestandenen Felsformation am rechten Rand dargestellt.
Altmark-Werkstatt, 1460/70 (15a/b und 18a–c Königliches Institut für Glasmalerei, Berlin, 1886–1889).