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Pollenfeld, Pfarrkirche St. Sixtus

Einführung zum Standort

Nur einige wenige Kilometer entfernt von Eichstätt gelegen, war Pollenfeld mitsamt seiner Pfarrkirche St. Sixtus von Anfang an dem Eichstätter Domstift inkorporiert. Soweit der bestehende Bau mittelalterlich ist (Chor und Turm), lässt er sich in das ausgehende 14. Jahrhundert datieren, wofür die Weihe zweier Seitenaltäre 1382 als Anhaltspunkt dienen kann. Der Bauschmuck im Chor (Konsolen, Schlusssteine) passt stilistisch vorzüglich zu diesem einzigen bekannten Datum aus der mittelalterlichen Baugeschichte.

Die Kirche bewahrt in zwei von sieben Fenstern Reste ihrer Chorverglasung der Zeit um 1390/1400 mit Szenen aus dem Marienleben und der Kindheit Christi bzw. der Passion Christi.

Die Pollenfelder Fenster sind charakteristische Vertreter süddeutscher Glasmalerei, unterscheiden sich aber durch ihr vergleichsweise hohes Anspruchsniveau von einer ganzen Reihe zeitgleicher Werke. Die aus heutiger Sicht weitgehend isoliert stehenden Werke lassen zwingende Bezüge zur benachbarten Massenproduktion Nürnberger Provenienz vermissen. Stellt man in Rechnung, dass Pollenfeld seit seiner Gründung dem Eichstätter Domstift inkorporiert war, dann spricht viel dafür, dass dieselben Glasmaler, die gegen Ende des 14. Jahrhunderts an der umfangreichen Farbverglasung des Eichstätter Domes beteiligt waren, auch für die nahe gelegene Kirche St. Sixtus herangezogen wurden. Ob die Werkstatt der Pollenfelder Fenster allerdings auch ihren Sitz in Eichstätt besaß, muss offenbleiben.

 

Literatur:

Hartmut Scholz, Die mittelalterlichen Glasmalereien in Mittelfranken und Nürnberg extra muros (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland X,1), Berlin 2002, I, S. 390–407, II, Abb. 293–314 ().

Zugehörige Fenster

Grundriss

              

Lage des Standorts