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Besserer-Kapelle, Fenster s III (Passion Christi II), Kreuzigung Christi (s III, 4b)

Detailansicht

Erhaltungsschema

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Beschreibung

Mehrfigurige Darstellung der Kreuzigung Christi. Die leichte Schrägstellung des Kreuzes besitzt offenbar kein erhaltenes Vorbild in der Malerei nördlich der Alpen. Sie dürfte letztlich aber durch die ähnlich verkürzt gestellten Kreuze der beiden Schächer in den figurenreichen Kalvarienbergen jener Zeit angeregt worden sein. Verwiesen sei auf die einzige sowohl zeitliche wie regionale Parallele im Maulbronner Altar von 1432 (Stuttgart, Staatsgalerie, Inv. Nr. 1634), ferner auf eine kleine Kreuzigungstafel aus dem Umkreis des Konrad Witz (Berlin, Gemäldegalerie, Ident. Nr. 1656, um 1440/45). Die raumschaffende Drehung der gesamten Kreuzgruppe nach links, die in der angedeuteten Rückenansicht Johannes’ Ev. ihre logische Konsequenz besitzt, scheint zwar dem klaren Konzept der gleichfalls auf wenige Assistenzfiguren konzentrierten Berliner Tafel näher zu stehen als die mystisch dramatisierte Gestaltung im Maulbronner Altar; doch verraten hier die dünn und weich herabfließenden Gewandfaltenstege der schlanken Frauengestalten und die blockhafte Rückenfigur rechts des Kreuzes nicht zu übersehende Stilbezüge zur Komposition der Besserer-Kreuzigung.

Zugehörige Aufnahmen im Bildarchiv