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Besserer-Kapelle, Fenster s III (Passion Christi II), Noli me tangere (s III, 2a)
Detailansicht
Erhaltungsschema
Beschreibung
Die Darstellung des Noli me tangere, der Erscheinung des Auferstandenen vor Maria Magdalena, verknüpft den im Kern der Szene fast wörtlich nachempfundenen Bericht im Evangelium des Johannes (20,11–17) mit der abwechslungsreichen, detailfreudigen Schilderung des Gartens vor weiter Landschaft und zählt diesbezüglich zu den reichsten und reizvollsten Schöpfungen des ganzen Zyklus. Die Stellung der beiden Hauptfiguren zueinander entspricht beinahe wörtlich der etwa gleichzeitigen Fassung des Noli me tangere des Kölner Meisters von St. Laurenz (Köln, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Inv. Nr. WRM 0030), wobei das voluminöse Ausgreifen der Ulmer Kniefigur bereits auf die wuchtigen Gestalten Hans Multschers im Wurzacher Altar vorauszuweisen scheint. Die sphärisch gekrümmte Seelandschaft folgt wiederum demselben Bildmuster wie schon die Landschaften in der Heimsuchung, Geburt Christi und Anbetung der Könige.
Eine Spezialität der Ulmer Werkstatt ist die leuchtende Pracht hellblauer Blüten heimischer Arten (Akelei, Veilchen, Maßliebchen, Narzisse?) auf grüner Wiese, die durch ausgiebige Silbergelbmalerei auf blauem Glas erzielt wird.