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Langhaus, Fenster n XVI (Depotfenster), Hl. Michael (n XVI, 3/4b)
Detailansicht
Erhaltungsschema
Beschreibung
Bei den erhaltenen Scheiben des Erzengels Michael als Drachentöter (sowie des über ihm aufragenden Auszugs mit Kreuz- und Glockenengel, 5/6b und 7/8b) scheint es sich um den Überrest einer Bekrönung zu handeln, die oberhalb eines bereits im frühen 19. Jahrhundert verlorenen zentralen Bildthemas angeordnet gewesen war.
Als Hauptdarstellung im unteren Register dieses Fensters wurde unter anderem ein Jüngstes Gericht – genauer: die Darstellung Christi als Weltenrichter oder Schmerzensmann, flankiert von Maria und einem der beiden Johannes – vorgeschlagen. Der Bezug zu Christus erscheint zwingend, und vergleicht man den späteren Riss zum Ulmer Hochaltar (Stuttgart, Landesmuseum Württemberg, Inv. Nr. E 743), wo im Gesprenge gleich zwei kämpfende Erzengel der Gestalt Gottvaters, dem Bild der Kreuzigung und dem auferstandenen Christus an die Seite gestellt wurden, so ist ein weiteres Spektrum der Möglichkeiten für das zentrale Bildprogramm des Fensters abgesteckt.